Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Zum Schutz von Menschenleben und Sachwerten sind RWA-Anlagen ein bedeutender Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes geworden. Mit verantwortungsvoller Strategie bei der Planung kann maximale Schadensbegrenzung oder Schadensverhinderung erreicht werden. Je nach
Gebäudeart sind verschiedenste gesetzliche Grundlagen, Vorschriften und Empfehlungen zu berücksichtigen. Nur durch richtige Anwendung der für den Gebäudetyp zutreffende Empfehlung kann eine korrekte Angebotsaussage unter Berücksichtigung von hierfür erstellten Versicherungstabellen ausgearbeitet werden. RWA-Anlagen verhindern kein Feuer. Im Falle eines Brandes sind sie jedoch wirksame Mittel zur Schadensbegrenzung an Mensch, Gebäude und Sachwerten.

RWA-Anlagen (Rauch- und Wärmeabzugsanlagen) sind Teil des vorbeugenden Brandschutzes.
Eine RWA-Anlage besteht aus einzelnen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten (RWG), die sich im Brandfall automatisch und/oder manuell öffnen lassen und so Abzugsöffnungen für Rauch- und Brandgase im Dach freigeben. Zur weiteren ordnungsgemäßen Funktion einer Rauch- und
Wärmeabzugsanlage gehören ferner Branderkennungselemente, Betätigungs- bzw. Auslösevorrichtungen, Öffnungsaggregate, Energiezuleitungen und – bei größeren Räumen – Rauchschürzen zur Unterteilung der Fläche unter dem Dach in Teilabschnitte. RWA-Anlagen müssen so bemessen sein, dass im Brandfall Rauch- und Brandgase den Raum nicht vollständig füllen können, um eine rauchfreie Zone am Boden zu erhalten. Auslegung und Anordnung sind von der Art und Nutzung des Gebäudes abhängig und entsprechend den jeweils zutreffenden Regelwerken zu bemessen. Bei der Bemessung einer RWA-Anlage ist die LBO bzw. die DIN 18232 zugrunde zu legen.

Als AWG eines Abzugsgerätes (Fenster, Lichtkuppel usw.) wird diejenige Fläche bezeichnet, die im vollständig geöffneten Zustand aerodynamisch (bei Anlagen nach DIN 182329) in Rechnung gestellt werden darf. Die wirksame Öffnungsfläche einer Rauchabzugsanlage (RWA) ist die Summe der wirksamen Öffnungsflächen aller einzelnen Abzugsgeräte. Für Treppenräume sind Rauchabzüge in allen Bundesländern durch die Landesbauordnung vorgeschrieben. Auslösestellen sind im Erdgeschoss, auf dem obersten Treppenabsatz bzw. in jedem dritten Geschoss anzuordnen. Rauchabzugsanlagen können dabei auf Flachdächern in Form von Lichtkuppeln oder Lichtbändern, bei Steildächern als unmittelbar unter der Decke liegende Seitenfenster angeordnet werden. Für Treppenräume und Versammlungsstätten ist die geometrisch freie Rauchabzugsfläche AG anzusetzen.